Männer & Bauchtanz, ein wenig wissenschaftlicher.

 

Erste Voraussetzungen

 

Tanzen kann nicht weiblich sein, tanzen kann auch nicht männlich sein, tanzen kann nur menschlich sein.
Das Tanzen spiegelt nur verschiedene Schwerpunkte entsprechen der Region und dem Zeitgeist wieder.
 
Zunächst einmal die anatomische Voraussetzung.
Um die wichtigste Bewegungsgruppe auszuführen, die Hüftbewegungen, müssen wir uns fragen wie bewegen wir unsere Hüfte.
Einmal mit den Gelenken der Lendenwirbelsäule. Dann mit den Hüftgelenken, mit denen die Oberschenkelknochen mit der Hüfte verbunden sind.
Ergänzend kommt dazu, dass auch Bein- und Fußgelenke mit bewegt werden, natürlich auch Oberkörper, Schulter, Arme und Kopf. Diese Gelenke sind jedoch an der Hüftbewegung nicht ursächlich beteiligt, aber funktionell notwendig.
Lendenwirbelsäule und Hüftgelenk sind bei Mann und Frau absolut gleich angelegt und daher sind die Voraussetzungen zur Beweglichkeit absolut gleich. Auch die Muskeln sind komplett gleich, aber nicht gleich trainiert, das sind sie allerdings auch in der Frauengruppe nicht.
Dann die alltags Voraussetzung.
Frauen gehen mehr mit Hüftbewegungen im Alltag, Männer nicht. Frauen machen zum normalen Gang meist eine Wippe aufwärts. Also Schritt und Bein durchstrecken.
Das müssen Frauen nicht mehr lernen und auch nicht mehr trainieren, weil die Muskeln trainiert sind.
Männer müssen diese Bewegungsart nachtrainieren, Frauen eben nicht oder nur einen Teil.
Nun die psychologischen Voraussetzungen. 
Männer müssen beim Bauchtanzen nach lernen sich gymnastisch, fließend und auch einmal schön zu bewegen.
Beim Fußball oder Baseball, auch beim Tennis oder Golf ist das nicht nötig, aber bei der Rhythmischen Gymnastik. Diese Form der sportlichen Betätigung ist für Männer nicht so üblich und muss daher deutlich nachgeholt werden.
Männer können Bauchtanzen lernen, wenn sie bereit sind diese Schwelle zu überschreiten.
Die Gender Voraussetzungen.
Später, wenn Mann schon einiges tanzen kann, kommt die erste echte Trennung. Dann soll "Mann" darauf achten, was passt zu ihm, was ist zu WEIBLICH oder was ist am Tanz der Frauen zu MÄNNLICH (dann passt es wieder für Männer sehr gut).
Zum Beispiel Stampfen wird männlich interpretiert, Schweben oder Federn eher weiblich. Jetzt beginnt die Gradwanderung, bei der auch die Frauen am anderen Ende nicht immer schön oder weiblich aussteigen. Wenn die Melodie weich und fließend ist, passt es eben nicht, wenn ein Mann dazu trampelt. Aber wenn ein Schwerttanz laut und von einem rasanten Trommelsolo begleitet wird, kann "Frau" mit Drohgebärden auch mal sehr unweiblich auf die Zuseher wirken.
In diesen Situationen kann sich Frau entscheiden wie viel MANN sie rüberbringen will oder spielt und in genau der umgekehrten Situation kann sich Mann entscheiden wie viel FRAU er rüberbringen will oder spielt.
Abschlussbetrachtung.

Abschließend kann man sich als Mann zu Bauchtanz und Männer noch überlegen welche Bewegungen man auswählt um einen Tanz zu gestalten. Dabei gibt es sicher weiblichere und weniger weibliche Bewegungen, wie etwa die Arabeque, die Männer nicht tanzen müssen, aber beispielsweise meine Lieblings-Bewegung in den ersten zwei Jahren meiner Tanzausbildung war. Vor ca zwei Jaheren habe ich einen Unfall gehabt und konnte fast ein Jahr meine linke Schulter und den linken Arm nicht bewegen. Damals habe ich mit Armbewegungen geübt und es sind die Schlangen-Arme meine neue Lieblings-Bewegung geworden,

 !!! wieder graziös, weiblich betont ???

Trotzdem tanze ich weiterhin als Mann - auch Arabesqen und Schlangenarme. Handwellen und Handkreise sind ebefalls ein Theme, zu weiblich oder doch für einen Mann tanzbar ? Für mich sehr wohl tanzbar, weil ich mit den Handbewegungen den Ausdruck der Musik unterstützen lerne. Hände und Arme sind die am weitesten bewegten Körperteile und sollen damit dem Tanz auch die optische Gestaltung geben. Das heißt nicht den Tanz ausmachen, sondern den Tanz unterstützen.

Also DYNAMIC EMOTIONS - bewegte Gefühle zeigen.