Tänze der Seidenstraße

Ferghana-Tanz (klassischer usbekischer Stil)

Das Ferghanatal ist im Osten Usbekistans, vor der Zeit, als Usbekistan noch zur Sowiettunion gehörte wird es auch "Khanat Kokand" genannt.
Der klassische Ferghana-Stil besteht aus weichen lyrisch dominierten Tänzen mit ausladenden Armbewegungen.

Zur Sowietzeit war dies der erste Stil der auf den Bühne gezeigt wurde. Der Tanz ist sehr dekorativ ausgebaut und wird zu klassischen Texten getanzt. Gesamt ist er sehr ausdrucksvoll und schauspielerisch, sowie erzählend.
Eine saubere Haltung und zarten schlängelden Arme sind die größte Schwierigkeit bei der Umsetzung dieser Technik.

Die sanfte Ausstrahlung, die dem Zuschauer Liebe und das Gute vermitteln soll, werden von den Insidern dieser Tänze als eines der wichtigsten Kriterien geachtet.

Klassisch usbekische Armbewegungen können auch in anderen Tanzstilen wie aus der arabischen Welt vorkommen und eingesetzt werde.

Uighurischer Tanz

Der Uighurische Stil hat noch die meiste Ähnlichkeit mit dem klassischen Ferghana-Stil.

Speziell ist der berühmte "Sanam-Rhythmus", der nur den Uighuren eigen ist. Die Bewegungen bestehen aus Schrittkombinationen und dekorativen Armbewegungen.

Die meisten Uighuren leben heute in China und Turkmenistan. Viele sind jedoch im Laufe der Sowjet-Ära nach Kasachstan, Usbekistan und Kirgistan emigriert. In „ihrer neuen Heimat“ haben sie bis heute ihre reichen Musik- und Tanztraditionen am Leben erhalten und weiterentwickelt.

In ihrer Musik verbinden sie sämtliche Aspekte und Formen der östlichen Musik. Das reicht vom „nouba“ der andalusischen Araber bis zu chinesischen Melodien oder Harmonien. 
„Der uighurische Klangkosmos“ ist sehr umfangreich. Es wechseln vokale und instrumentale Elemente mit zahlreichen Varianten an Tempo und Rhythmus ab. 

Traditionell finden in jedem uighurischen Ort Aufführungen mit kurzen, unmittelbar aufeinander folgenden Sequenzen aus Gesängen und Tänzen in stetig ansteigendem Tempo statt. Man bezeichnet diese Aufführungsform als Sanam, von der sich auch der Name des Ensembles ableitet.

Aufführungen uighurischer Musik, speziell aus der uighurischen Diaspora Uzbekistans, sind im Ausland eher selten. Doch wo immer diese Musik erklingt, löst sie beim Publikum generell Begeisterung aus.

Sicherlich ein Grund mehr, dieses Konzert zu besuchen und eine bislang fremde musikalische Klangvielfalt kennen zu lernen.

Uzbekischer Tanz


dutar – eine zweisaitige Langhalslaute 
- ihre längste Saite ist 105 cm lang
- komplett aus Maulbeerholz hergestellt
- dekoriert mit Knochen und Horn
- in der Volksmusik wird sie als Begleit- sowie Soloinstrument verwendet

gijak – eine kleine Fiedel

rawap – fünfsaitiges Zupfinstrument
- zwei von fünf Saiten sind doppelt bespannt
- in vier oder fünf Intervallen eine Oktave höher gestimmt als die dutar

tanbur – Langhalslaute mit fünf Metallsaiten
- ihr Hals ist 125 cm lang und umfasst zweieinhalb Oktaven 
- die Melodie spielt man nur auf den doppelt bespannten hohen Saiten
- man zupft sie oder schlägt sie mit dem Plektrum an

uighurische dap – Rahmentrommel
- Durchmesser: zwischen 23 und 38 cm
- wird mit den Fingern beider Hände gespielt

uighurische satar – Variante des tanbur
- mit zehn oder zwölf Saiten bespannt
- mit einem Bogen gespielt

Bukhara Tanz

Im Bukhara Tanz (aber auch in den tadjikischen Stilen) werden die Schritte mehr in den Boden getanzt und sind weniger variantenreich als im Ferghana-Stil.

Die Bewegungen beziehen sich auf die Kleidung, Schmuck und Schönheit der Tänzerinnen.

Auf der Bühne wird der Tanz mit Schellen an den Handgelenken getanzt, die im Rhythmus der Musik mitklingen. Der Ausdruck dieser Tänze ist meist sehr fröhlich und feurig.

Fantasiereiche Bewegungen und interessante Drehungen werden mit Armbewegungen kombiniert. Es werden auch Bodentanzbewegungen auf den Knieen in diesem Tanz eingebaut.

Tadjikischer Tanz

Der tadjikische Stil hat Ähnlichkeiten mit dem bukharischen Stil. Vor der Besatzung durch die Sowietunion war Bukhara und Umgebung zusammen mit Tadjikistan ein Khanat.

Diese Tänze werden auch Ärmel-Tänze genannt, weil die Tänzerinnen lange weite Ärmel trugen, die weit über die Hände reichten.

Choresmischer Tanz

Der Choresm-Stil ist fröhlich, auch mit Armglöckchen getanzte Stil Uzbekistans. Er ist der beliebteste und bewegungsreichste Stil.

Es gibt Vermutungen, dass einige Bewegungen aus schamanistischen Traditionen und den Zeiten der Feueranbeter stammen. Tänze wie Lesgi haben einen extatischen Charakter. Bei diesen Tänzen soll zu Beginn des Tanzes die Seele langsam in die Tänzerin eintreten und sie damit langsam zu tanzen beginnt. Shimmy´s aller Körperteile sowie Handshimmy´s  "schüttelnde Handbewegungen", auch kommunikative Bewegungen zum Zuseher sind intergriert.

Es sieht so aus als ob, die seltsamen Handbewegungen an zappelnde Fische oder Vogelschwänze erinnern.
Heute werden oft Choreografien getanzt, doch in diesem Stil ist eigentlich die Improvisation viel wichtiger. Je mehr Iduvidualität und Fantasie desto, besser der Tanz bzw. die Tänzerin.

Info und Quellen :        

Globalklang, http://www.globalklang.de/sanam-uighur-ensemble

Katja, http://www.katjadaniela.ch/index.html

Notizen aus Halimabeiträgen Usbekistan von Havva http://www.halima.de/index.php?page=100